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Mehr barrierefreie Smartphone-Apps gefordert

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Quelle: Ärzteblatt.de - Digitale Anwendunen bzw. Apps für das Smartphone können sehbehinderten und blinden Menschen den Alltag erleichtern und sie bei der medizinischen Versorgung unterstützen. Sie erleichtern zum Beispiel die Kommunikation mit Ärzten und Zentren, so dass Betroffenen mitunter beschwerliche Wege erspart bleiben. Damit blinde und sehbehinderte Menschen effektiv von Smartphones & Co. profitieren können, bedarf es aber barrierefrei gestalteter Angebote. Hier gibt es jedoch noch ein deutliches Defizit, wie Klaus Hahn, Präsident des Deutschen Blinden und Sehbehindertenverbands (DBSV), in Berlin erläuterte. Er machte darauf aufmerksam, dass gestalterische Parameter wie Schriftart, Farbe und Kontrast an die Bedürfnisse von blinden bzw. sehbehinderten Benutzern angepasst werden sollten und Nutzer die Möglichkeit haben müssten, die Darstellung der digitalen Informationen individuell anzupassen. Solche Aspekte sollten schon in der Konzeption und Programmierung von den Entwicklern bedacht werden.

Augenärzte setzen sich für mehr barrierefreie Apps ein

Auch die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) unterstützt die Forderungen des DBSV und macht insbesondere auf die Chancen der Digitalisierung für die Augenheilkunde aufmerksam. Nicole Eter, Präsidentin der DOG, wies darauf hin, dass bspw. bereits erste Diagnose-Apps für den Heimgebrauch in der der Erprobung seien, z.B. in Form einer Augeninnendruck-Selbstmessung bei Grünem Star. Sie machte zudem deutlich, dass es ein großes Anliegen der DOG sei, Menschen mit Seheinschränkungen miteinzubeziehen:

„Als Fachorganisation für das Sehen versteht die DOG, dass Menschen mit Sehein­schränkungen am Rechner, Smartphone oder Tablet auf barrierefreie Gestaltung und Programmierung angewiesen sind. Die Augenheilkunde kann deshalb bei der Einbeziehung von Patienten in die Digitalisierung eine Vorreiterrolle übernehmen und für andere Fachrichtungen zum Vorbild werden".

Barrierefreie medizintechnische Geräte bei Diabetes

Das mehr Barrierefreiheit Not tut, zeigt sich insbesondere auch beim Thema Diabetes. Sowohl Menschen mit Diabetes Typ I als auch Typ II können aufgrund ihrer Erkrankung von Diabetes-bedingten Sehbeeinträchtigen betroffen sein und sind daher verstärkt auf barrierefreie Hilfsmittel und Technologien angewiesen. Für die tägliche Selbsttherapie gebe es bisher nur wenige Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen, -pens, Blutglukosemesssysteme sowie Diabetes-bezogene Apps, die für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet seien.

Um die Situation für blinde und sehbehinderte Menschen mit Diabetes zu verbessern, hat sich die Initiative DiaDigital unter Leitung von DiabetesDE mit Unterstützung durch die ZTG GmbH gebildet. Sie stellt Apps vor, die nicht nur bei der Diabetes-Therapie unterstützen, sondern auch barrierefrei zu nutzen sind.

 

Bild: eConnekt, pixabay.com