World of Goo – So süß, dass es klebt…
6 - 20 Euro, Demo verfügbar, Review October 2nd, 2009
Das gemeinste, was mir meine Schwester je angetan hat, war, mir World of Goo zu schenken. Normalerweise bin ich ja kein Spieler: Vor Jahren mal ein LucasArts-Point-and-Click-Adventure oder die neueste Myst-Fortsetzung, und alle Jubeljahre mal ein Shooter im Netzwerk mit Freunden. Ich war Immun gegen Sims, Warcraft, Ultima, und Splinter Cell. World of Goo hat mich trotzdem erwischt. Dieses Spiel sollte unter die suchtgefährdenden Substanzen aufgenommen werden.
Ob es nun an der seltsamen Mischung aus niedlich und eklig liegt, oder an den quirligen Ausrufen der “Goos”, oder ob es die absurde Story ist, die einen von Level zu Level führt, mit einem unsichtbarn Schildermaler als Führer? Vielleicht ist es auch einfach die Herausforderung der Physiksimulation, die hinter dem ganzen steckt … ?
Nein.
Es kann nur die Atmosphäre sein. Alles ist irgendwie dunkel, aber auch hell, fast clairobscure. Das ganze Spiel hat einfach so viel Persönlichkeit, die aus allen ecken und von allen Kanten tropft, dass man hineingezogen wird.
Aber natürlich steht die technische Seite des Spiels dem Rest in nichts nach. Du greifst Dir einfach einen der kleinen glubschäugigen Kerle und positionierst ihn, und schon wird er Teil der waghalsigsten Türme und Brückenkonstruktionen, stemmt sich zwischen zwei Kaminen empor oder klebt sich an rotierende größere Geschwister und zieht so seine Genossen aufwärts.

Baust Du zu todesverachtende Gebäude, fallen die kleinen natürlich fiepsend in den Abgrund, ertrinken mit herzallerliebstem Blubbern oder scheiden auf andere Weise aus dem Sein. Baust Du zu kompliziert, sind keine Goos mehr übrig um fertigzubauen, oder um in dem Leitungsrohr, das das Ziel ist, zu verschwinden. Das mag jetzt anstrengend klingen, aber in der Regel ist genügend Freiraum, dass jeder eine Lösung findet, und falls dem mal nicht so sein sollte, ist das Spiel großzügig genug konzipiert, dass man auch mal ein Level überspringen kann.

Der Spiele-Profi hat es natürlich sofort erkannt: World of Goo ist ein Spiel nach ähnlichem Schema wie das klassische “Lemmings”: Bring Deine Schäfchen von Punkt A nach Punkt B mit möglichst wenigen Verlusten. Doch diese oberflächliche Ähnlichkeit ist nicht die einzige: Auch musikalisch ist World of Goo unheimlich eingängig und abwechslungsreich, so dass man fröhlich mitpfeift wenn die kleinen Kreaturen im Staubsaugerbehälter verschwinden.
Fazit:
+ Viele kurze Level, für kurze Spiele zwischendurch oder lange Sessions
+ Eingängige, abwechslungsreiche Musik
+ Unheimlich viel Atmosphäre und Persönlichkeit
+ Absurde Stories und Level-Design
+ Ausgeklügeltes, aber intuitives Level-Design
- Suchtgefährdend
- Nur in Vollbildmodus spielbar
Preis: $20
URL: http://2dboy.com/games.php
Artikel von: uliwitness

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